Ganzkörper - Kältetherapie
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Ganzkörper - Kältetherapie
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Ursprünglich kommt die Ganzkörperkältetherapie aus Japan, seit Mitte der 80er wird sie auch bei uns, hauptsächlich in Rheumakliniken, angewandt. Eingesetzt wird die Therapie beispielsweise bei entzündlichen Erkrankungen der Gelenke oder bei degenerativen Gelenk und Wirbelsäulenerkrankungen. Die Patienten halten sich hier immer wieder für kurze Zeit in einer so genannten Kältekammer auf, die Raumtemperatur kann bis zu minus 110°C betragen, wobei die Luft allerdings sehr trocken ist, sodass die Patienten die niedrigen Temperaturen als sehr angenehm empfinden. Die Therapie wirkt schmerzlindernd und die Bewegungen fallen wieder leichter. Häufig wird die Ganzkörperkältetherapie auch angewandt, um anschließend eine schmerzfreie und intensive Krankengymnastik durchzuführen.
Therapiekonzept „Ganzkörper-Kältetherapie"
Kälte wird in gleicher Weise wie Wärme seit alters her als therapeutisches Medium eingesetzt. Hauptanwendungsgebiete der lokalen Kälteapplikation und auch der Ganzkörper-Kältetherapie sind Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates einschließlich der Muskulatur mit entzündlich, degenerativ oder traumatisch bedingter Funktionsstörung.
Indikationen
- Chronisch-entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (chronische Polyarthritis, Morbus Bechterew)
- Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrosen)
- Fibromyalgie, Myalgien
- Schmerzen der Muskulatur und der Gelenke, Rückenschmerzen
- Muskelspasmen (spastische Paresen, multiple Sklerose)
- Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
- Neurodermitis, Psoriasis vulgaris und – arthropatica
- Kopfschmerzen
Die Ganzkörper-Kältetherapie wird seit 1984 in Deutschland angewendet. Die therapeutische Temperatur beträgt –110°C. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte belegt werden, dass eine kurzzeitige (eine halbe bis drei Minuten) Einwirkung einer so extremen Kälte zu einer Schmerzblockade, einer Minderung entzündlicher Prozesse, zur Lösung von Muskelverspannungen und zu einer Modulation des Immunsystems führt. Die aus drei Sektionen bestehende Kältekammer wird in Badebekleidung, mit Mundschutz, Ohrenschutz, Handschuhen, dicken Socken und festem Schuhwerk betreten. In der ersten Sektion herrscht eine Temperatur von –10°C, in der zweiten –60 °C. Diese zwei Sektionen haben eine Schleusenfunktion. Danach betreten Sie die therapeutische Sektion, in der eine Temperatur von –110°C herrscht. Die Verweildauer sollte maximal drei Minuten betragen.
Unmittelbar nach dem Verlassen der Kältekammer stellt sich ein angenehm warmes Gefühl im ganzen Körper ein, die Gelenke lassen sich freier bewegen. Die Schmerzreduzierung hält einige Stunden an. Die Anzahl der Behandlungen richtet sich nach dem Beschwerdebild und dem Therapieeffekt, wobei eine Langzeitwirkung bei weniger als 20 Therapien nicht zu erwarten ist. Die Therapie wird hochfrequent, d. h., täglich ein- oder zweimal durchgeführt (auch an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen). Die im schmerzfreien bzw. schmerzarmen Zeitintervall erfolgende krankengymnastische Übungsbehandlung führt zur Verbesserung der Gelenk- und Muskelfunktion. Eine Langzeitwirkung dieser Therapie ist hinsichtlich einer Reduzierung der Schmerzen, einer verbesserten Beweglichkeit der Gelenke und einer Minderung der entzündlichen Prozesse (Schübe) zu erwarten.
Kontraindikationen
- Erkrankungen mit einer erhöhten Kälteempfindlichkeit (Kälteagglutininkrankheit, Kälteurticaria)
- manifeste arterielle Durchblutungsstörungen, Raynaud-Syndrom
- Zustand nach Herzinfarkt oder Bypass-Operation (weniger als ein halbes Jahr zurückliegend)
- Herzschrittmacher
Die Kältetherapie kann unter stationären oder ambulanten Bedingungen erfolgen. Es ist für den Behandlungserfolg allerdings vorteilhaft, wenn sie im Rahmen einer stationären Heilbehandlung durchgeführt werden kann. In diesem Fall ist sie in ein komplexes therapeutisches Konzept (engmaschige ärztliche und psychologische Betreuung, physikalische Therapie, Vermittlung spezieller Entspannungs- und Bewegungsstrategien, alternative und naturheilkundliche Verfahren) eingebettet. Dieser multimodale
Behandlungsansatz ist ambulant nicht durchführbar.
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