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Jodmangel

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Jodmangel

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Jod ist ein sehr selten vorkommendes Element. Gerade in Deutschland gibt es noch weniger Jod als in anderen Ländern dieser Erde. Das liegt an der letzten Eiszeit. Als vor etwa 20.000 Jahren die Gletscher in Mitteleuropa schmolzen, wurde durch die abfließenden Wassermassen das meiste Jod aus dem Boden geschwemmt. Deshalb ist die Anzahl der vergrößerten Schilddrüsen – Kropf oder Struma – erschreckend hoch:
- etwa 15 Mio. Bundesbürger haben eine vergrößerte Schilddrüse (vor allem bei den Schulkindern ist der Anteil
  besonders hoch)
- etwa 50 Prozent der 13-Jährigen haben eine Schilddrüsenvergrößerung
- fast ein Prozent der Neugeborenen kommt bereits mit einem Kropf zur Welt. 

Ärzte empfehlen mehr Jod
Ärzte empfehlen deshalb dringend die Einnahme von mehr Jod. Besonders wichtig ist dies für:
- werdende und stillende Mütter
- Kinder und Jugendliche
- alle Erwachsenen, mindestens bis zum 35. Lebensjahr. 

Ausgleich des Jodmangels
Jodsalz – also jodiertes Speisesalz – gibt es überall in der Bundesrepublik Deutschland im Lebensmittelhandel zu kaufen. Es enthält pro Kilogramm 15–25 Milligramm Jod. Nimmt man pro Tag durchschnittlich 5 g Jodsalz mit den Speisen zu sich, ergibt das etwa 100 Mikrogramm Jod, eine Menge, die normalerweise ausreicht, einen Jodmangel auszugleichen. Die notwendige Tagesmenge von 5 g Jodsalz kann man aber durch bloßes Zusalzen nicht erreichen. Sie beinhaltet die gesamte Tagesaufnahme, also auch das Salz, das in Lebensmitteln oder Fertiggerichten bereits enthalten ist, und das ist in der Regel kein Jodsalz. Außerdem ist ein zu hoher Salzverbrauch gesundheitsschädigend; er kann z. B. die Entstehung eines zu hohen Blutdruckes fördern. Da wir alle in einem Jodmangelgebiet leben, sollte man aber das übliche Speisesalz durch ein mit Jod angereichertes Vollsalz ersetzen und dieses bei der Zubereitung der Speisen täglich verwenden. Häufig ist die Schilddrüsenvergrößerung eine familiäre Erkrankung, sodass die tägliche Zufuhr von Jodsalz im Sinne einer vorbeugenden Maßnahme der ganzen Familie zugute kommt. 


TIPP: Zweimal pro Woche Seefisch
Der Jodgehalt in den meisten Nahrungsmitteln ist zu gering, um den notwendigen Jodbedarf zu decken. So enthalten z.B.:
- Vollmilch nur ca. 4 Mikrogramm Jod pro 100 g,
- Hühnerei nur ca. 10 Mikrogramm Jod pro 100 g
- und Äpfel nur ca. 1,6 Mikrogramm Jod pro 100 g.
Demnach müsste man etwa 3 Kilo Brot täglich essen, um den Jodbedarf zu decken. Besonders jodhaltig ist dagegen Seefisch – Schellfisch, Seelachs, Scholle. Wenn Sie zweimal pro Woche frischen Fisch essen, dann brauchen Sie sich keine Sorgen um einen möglichen Jodmangel zu machen.
 
 

Typische Anzeichen von Jodmangel
Eine jodmangelbedingte Veränderung oder Erkrankung der Schilddrüse kann sich unterschiedlich bemerkbar machen. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie einen Arzt aufsuchen:
- Enge- und Druckgefühl im Hals
- typisches „Kloß-Gefühl" im Hals
- Atem- und Schluckbeschwerden
- Zunahme des Halsumfangs
- Veränderung der sichtbaren Halsvenen
- allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Kältegefühl,
  Verdauungsbeschwerden, Leistungsminderung, erhöhte Infektanfälligkeit
- Hautveränderungen (feuchte bzw. trockene Haut). 

Bei Kindern gibt es teilweise andere Vorzeichen:
- ständige Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Lustlosigkeit
- gesteigerte Nervosität und Aktivität
- verlangsamte körperliche und geistige Entwicklung. 

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